Der Alte Friedhof am Jahnplatz

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"Dicht neben uns treibt der Jahrmarkt des Lebens sein Gerassel, aber hier auf dem 'Alten Friedhof' am Jahnplatz finden wir friedreiche Stille. (...) Hier liegen viele gute, treue, ruhmreiche und edelmütige Bielefelder."

Mit diesen Worten würdigte der Bielefelder Musikdirektor Ernst Nacken im Jahr 1926 den Alten Friedhof. Damals diente der 1808 eröffnete Friedhof allerdings schon seit Jahrzehnten nur noch als Park – im Gegensatz zu heute: Seit dem Jahr 2000 sind auf der denkmalgeschützten Anlage wieder Beisetzungen möglich. Um dem Vandalismus der Vergangenheit vorzubeugen wurde die gesamte Friedhofsfläche neu umzäunt. Außerdem wird der Friedhof von einem Sicherheitsdienst überwacht und nachts verschlossen.

Der Alte Friedhof verfügt über 11.500 qm Fläche. Erdbestattungen können in Wahlgräbern, Reihengräbern oder anonym stattfinden. Urnen werden in Wahlgräbern in Urnenwänden, sogenannten Kolumbarien, oder anonym bestattet. Darüber hinaus können Urnen auch in der neu errichteten Kapelle beigesetzt werden.

Das Projekt "Alter Friedhof" wird maßgeblich durch die Friedhofs-GmbH Bielefeld betreut und verwaltet, die auf die Initiative Conrad W. Schormanns hin entstanden ist. Mit dieser alten Friedhofsanlage besitzt Bielefeld nicht nur ein ungewöhnliches, kulturhistorisch wichtiges Dokument des Bestattungswesens und der Grabmalkunst vergangener Zeiten, sondern auch einen Hort des Andenkens mitten im Zentrum der Stadt.

Viele Persönlichkeiten der Bielefelder Geschichte liegen auf dem Alten Friedhof begraben, darunter die Bürgermeister Körner und Delius, die Kaufleute und Fabrikanten Bansi, Bozi, Crüwell, Upmann und Woermann, die Sängerin Marie Crüwell und der Politiker Rudolf Rempel. Deren historischen Grabmale wurden im Zwanzigsten Jahrhundert zum großen Teil von Efeu überwuchert. Darüber hinaus beschädigten Umwelteinflüsse und Krieg viele Steine aus Sandstein oder Marmor.

1983 entschloss sich das Garten-, Forst- und Friedhofsamt der Stadt Bielefeld, die Grabmale des Alten Friedhofs zu registrieren. 302 Grabmale, Gedenkzeichen, Grabplatten, -kreuze und -skulpturen wurden erfasst. Die Mitarbeiter der Stadt untersuchten auch den Baumbestand auf dem Friedhof: insgesamt 26 Gehölzarten wie Bergahorn und Blutbuche, Ginkgo und Christusdorn.

Literatur: Ravensberger Blätter 2 (1998).

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